Best Electric Vehicle - Krönender Abschuss einer erfolgreichen Saison @ Baltic Open Darmstadt 2012

Für Elefant Racing war es die Erste Teilnahme an diesem inoffiziellen Event und keiner hatte im vorhernhein damit gerechtnet mit dem Award für Best Electric Vehicle nach Hause zu kommen als wir Anfang August kurfristig zusagten.

Aber erst einmal von vorne.
Für die Teams bestand eigentlich schon Freitag Vormittag die Möglichkeit die Boxen zu beziehen und sich dem Scrutineering zu stellen, da dafür aber auch am Samstag noch genügend Zeit blieb entschieden wir uns erst gegen Abend anzureisen, zumal wir schon einen Scrutineering Sticker aus Hockenheim besaßen, der das Ganze hoffentlich nur noch zur Formsache machen sollte. Wir begaben uns also direkt zur Eishalle, die für die angereisten Teams als Schlafplatz diente und ließen den Abend beim gemütlichen Beisammensein ausklingen und schauten noch ein paar anderen Teams beim Flunkyball spielen zu.

Samstag Morgen fuhren wir zum knapp 10 Minuten entfernten Industriegelände auf dem sich die Boxen in einer großen Garage befanden, wobei "groß" hier wohl eher relativ zu sehen ist - bei  28 Rennwagen herrschte fast immer chronischer Platzmangel. Für viel mehr als Auto & Werkzeugwagen war keinen Platz, unsere Case begab sich somit des öfteren auf Reisen und war in grade leerstehenden Boxen zu finden. Da viele Rennwägen schon am Vortag beim Scrutineering gewesen waren, kamen wir recht zügig dran. Das Scrutineering war dann im Endeffekt wirklich nur Formsache, zog sich dennoch recht lange hin, da es die Organisatoren mit der Elektrik sehr genau nahmen und akribisch die ofizielle FSE Liste abarbeiteten. Am Ende gabt s jedoch nicht zu beanstanden und ein großer Baltic Open Sticker zierte unseren Vilja. Dadurch hatten wir nun bis zum späten Nachmittag (dann sollte es Richtung Innenstadt gehen) die Zeit zur freien Verfügung und wir entschieden uns nach einem geeigneten Platz zu suchen, um mit unserem Koch Achmesssystem das Fahrwerk einzustellen zu können, was uns dann auch irgendwann gelang.  Bevor es Richtung Innenstadt ging fanden wir sogar noch Zeit zum Grillen und konnten uns dank der Metzgerei Popp gestärkt auf den Weg machen.

Auf dem Karolinenplatz stellten sich im Laufe der Zeit alle Teams auf, bis es um 17:00 Uhr endlich so weit, Zeit für das für das Gruppenfoto. Kurz darauf heulten auch schon die ersten Motoren auf und der Duft von Benzin lag in der Luft. Die Polizei sperrte die Strecke ab, die Rennwagen reihten sich langsam hinter dem Ampera ein der den Konvoi anführen würde und die Zuschauer sowie die restlichen Teammitglieder positionierten sich entlang der Stecke. Kurz darauf bekam der Ampara das Signal zum Losfahren und Feld folgte sofort, vor allem unsere holländischen Freunde aus Eindhoven klebten förmlich an unserem Jacking Point. Nichts desto trotz kamen alle Teams am Markplatz an und stellten dort wiederum die Autos auf um sie der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Doch zuerst folgte noch eine Rede des Bürgermeisters und eines Professors der TU Darmstadt. Der Rest des Abends verlief nun ähnlich wie am Karolienplatz, man beantwortete Passanten Fragen zum Auto und der Formula Student, zudem bliebt noch viel Zeit Kontakte zu anderen Teams zu knüpfen, bis es irgendwann zurück in die Pits ging. Dort schlossen wir dann unser Fahrwek Setup ab und da den Darmstädtern (FH) unser Achsmessystem so gut gefiel haben wir zusammen auch noch ihr Auto eingestellt, was dazu führte, daß wir alle erst deutlich nach Mitternacht ins Bett fanden.

Am Sonntag war es dann fast schon zur Routine geworden aufstehen, zu den Boxen fahren, Frühstücken und einladen, nur das wir uns inzwischen Rampen geliehen hatten, die das ganze deutlich vereinfachten, man hat halt nicht überall den Luxus eines Hallenkrans ;) Diesmal ging es zu einem etwas weiter entfernter real;- Parkplatz auf dem die ersten dynamischen Events stattfinden würden. Auf dem Parkplatz konnten wir uns gleich ein Einkaufswagenhäuschen als Box sichern, was sich beim späteren Regeneinbruch noch als nützlich erweisen sollte, da wir aus logistischen Gründen leider kein Zelt dabei hatten.

Los ging es mit dem Break Test den wir gleich im ersten Anlauf bestanden und uns somit gleich für das Skid Pad anstellen konnten. Leider waren unsere Zeiten alles andere ans berauschend und unsere Fahrer Arthur & Rick klagten über fehlenden Grip auf der Kreisstrecke. Wir entschieden uns deshalb für ein paar kleine Anpassungen mit denen beide noch einmal an den Start gingen und deutlich bessere Zeiten fuhren, zuletzt war es dann jedoch Toco mit seiner ganzen Erfahrungen der die beste Zeit für uns rausholte.

Es folgte der Acceleration, der aufgrund einiger Regeneinbrüche nicht ganz so reibungslos verlief. Es gab einige Unterbrechungen, nicht zuletzt weil sich ein Fahrzeug beim Abbremsen im Graben verabschiedete, der Fahrer blieb jedoch unversehrt und zum Erstaunen aller hatte sogar das Fahrwerk den Unfall heil überstanden. Insgesamt konnten wir mit unseren Zeiten beim Acceleration jedoch nicht wirklich zufrieden sein, wir schafften es bei nassen Streckenverhältnissen einfach nicht unsere Power auf die Rennstrecke zu bringen und unsere knapp 330kg in Bewegung zu versetzten.

Am Abend ging es zum Team der FH Darmstadt in die Werkstadt/Garage, um -man ahnt es schon- das Fahrwerk für den anstehenden Endurance einzustellen. Nebenbei blieb auch genügend Zet um sich etwas näher kennenzulernen und sich über die Formula Student auszutauschen - es ist immer wieder interessant zu sehen unter welch unterschiedlichen Bedingungen die verschiedenen Teams arbeiten. Anschließend ging es noch in den Bayerischen Biergarten in der Nähe der Eishalle wo wir den Abend gemütlich ausklingen ließen, während das Team aus Eindhoven mit Live-Musik für Stimmung sorgte.

Montag ging es früh an den Start und wir mussten uns zu einer für Studenten unchristlichen Zeit auf den Weg machen, da es schon um 7:00 Uhr Frühstück an den Pits gab und wir danach eine anderthalbstündige Autofahrt zur Kartstrecke vor uns hatten. Das ganze wurde jedoch mit einer top Strecke und super Wetter belohnt, außerdem stand für die Elektrorennwagen ein separater Boxabschnitt mit Starkstromanschluss bereit d.h. wir hatten alle die Möglichkeit zu laden (was am Vortag noch nicht sicher war) und somit gab keine Änderungen hinsichtlich Autocross und Endurance, wobei das nicht ganz stimmt, da beim Endurance mangels Zeit später ein paar Runden weniger gefahren wurden. Aber erst einmal hiess es für unsere Fahrer die Strecke ablaufen und ab zur ersten Testfahrt, die es bei den offiziellen Events so normalerweise nicht gibt. Es folgte der Autocross den unser Vilja ohne Probleme meisterte, allerdings hatten wir das Gefühl da müsste noch mehr gehen, weshalb wir für den Endurance das Fahrwerk noch etwas besser abstimmten.

Nach einiger Zeit des Wartens erfuhren wir die Endurance Startreihenfolge, welche auf den Autocross Zeiten beruht. Vorerst bedeutete dies für uns weiterhin warten, da Verbrenner- und Elektrorennwagen getrennt fahren würden, wobei den Verbrennen der Vortritt gelassen wurde. Wir gingen somit zusammen mit der TU Darmstadt und Eindhoven als Letzte auf die Strecke, in der Zwischenzeit konnten wir dadurch entspannt den Verbrennern zuschauen. Nach einer kurzen Zwischenpause kam dann endlich unsere Zeit und wir konnten Runde um Runde drehen ohne das irgendwelche Probleme auftraten, bei der Konkurrenz lief es nicht ganz so gut, Eindhoven hatte Probleme mit einem Motor und Darmstadt legte aufgrund eines Sensorproblems eine kleine Pause am Fahrbahnrand ein, dennoch bliebt es bis zum Ende hin ein spannendes Rennen für alle Zuschauer.

By Andreas Goss

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